IFA: HDTV hat in Deutschland Fahrt aufgenommen

HDTV hat in Deutschland Fahrt aufgenommen
Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gönnt sich der Konsument etwas, kauft zum Beispiel ein modernes Fernsehgerät oder eine neue Waschmaschine. Darauf verwies Dr. Rainer Hecker, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu, in seinem Statement zur IFA-Eröffnungs-Pressekonferenz am 2. September 2009. Er sieht im Bereich der Braunen und Weißen Ware nach wie vor eine hohe Kaufbereitschaft. Der Trend zum Flach-TV zum Beispiel ist ungebrochen. Immerhin sind nach Heckers Worten mehr als 50 Prozent in deutschen Haushalten noch Röhrengeräte. Der Ersatzbedarf sei somit sehr hoch. Beweggrund für eine vorgezogene Neuanschaffung ist der Wunsch nach einem wirtschaftlicheren, größeren und besseren Gerät. Zunehmend werden auch mobile Geräte gekauft, die sich in die Heimanlage integrieren lassen. Der aktuelle Trend lautet: hochauflösend. „Auch in Deutschland hat HDTV Fahrt aufgenommen“, so Dr. Hecker. Mit einem Verkauf von 7,2 Millionen entsprechenden Fernsehern rechnen Marktexperten in diesem Jahr, davon zwei Millionen mit einem integrierten HDTV-Empfänger. Damit wird es zum Jahresende 2009 insgesamt 19 Millionen HDready-Geräte in Deutschland geben.

„Wir haben eine außerordentlich gute IFA vor uns“ sagte Messe Berlin-Geschäftsführer Dr. Christian Göke bei der IFA-Eröffnungspressekonferenz am Mittwoch. Die Investitionen der Industrie in die Veranstaltung hätten in diesem Jahr „absolutes Rekordniveau“. Trotz der Wirtschaftskrise sei die verkaufte Ausstellungsfläche gegenüber dem Vorjahr mit einem Rückgang um nur 1000 auf 121 000 Quadratmeter nahezu konstant geblieben. Das belege den Stellenwert der Veranstaltung für die Branche und zeige, dass die IFA auf dem richtigen Weg ist.

Bei ständig steigenden Fachbesucher- und Journalistenzahlen insbesondere auch aus dem Ausland habe sich die IFA zu der globalen Händlermesse und der weltweit wichtigsten Premierenshow der Branche entwickelt, betonte Göke. Auch bei den Spitzenmanagern der Industrie stoße die Veranstaltung auf großes Interesse. Das würde neben den hochkarätig besetzten International Keynotes auch die mehrtägige Anwesenheit der Präsidenten von Unternehmen wie Panasonic, Samsung und Sony belegen. „Die Entscheider sind hier und sie mögen Berlin“, sagte der Geschäftsführer.

Gleichzeitig sei für das Publikum auch in diesem Jahr „die gute alte Funkausstellung“ wieder zurückgekehrt, so Göke. Alle vier großen deutschen TV-Sendergruppen sind erstmals wieder mit gläsernen Studios unter dem Funkturm vertreten. Hier und bei den Firmen wird wieder ein großes Staraufgebot erwartet, Highlights sind die Auftritte von Amy Macdonald, Stefan Marquard und Roland Kaiser im Sommergarten. Und berichteten 2006 noch 139 Fernsehsender live von der IFA, so waren es 2008 schon 394 und in diesem Jahr wird mit einer weiteren Steigerung gerechnet.

Während der Eröffnungspressekonferenz der 49. IFA hob ZVEI-Vorstand Dr. Reinhard Zinkann die Bedeutung der IFA für die Hausgeräteindustrie hervor. Schon das Debüt auf der IFA 2008 war erfolgreich, „es ist die richtige Entscheidung für uns als Hersteller von Haushaltsgeräten an der IFA teilzunehmen“, sagte Zinkann, der ebenfalls Vorsitzender des Fachverbands Elektro-Hausgeräte im ZVEI ist. Die Märkte seien derzeit schwer einzuschätzen: Während die Industrie in Europa, Asien und in den USA in diesem Jahr Umsatzeinbrüche zu verzeichnen hat, hat sich die Branche in Deutschland bis Juni 2009 mit einem Umsatzplus von vier Prozent sogar positiv entwickelt, so Zinkann. „In schweren Zeiten entscheiden sich die Konsumenten bewusster“. Sie erwerben also energieeffiziente Geräte, die sich langfristig rentieren, Röhrengeräte werden gegen Flachbildschirme ausgetauscht, der Konsument tut etwas für die Umwelt und erfreut sich bei neuen Geräten eines höheren Bedienkomforts. Zwar könne man langfristig keine Prognosen machen, doch er erwartet bis Ende 2009 ein Umsatzplus bei Groß- und Kleinelektrogeräten von drei Prozent. Doch der Export nehme ab, „das ist für die deutsche Industrie nicht einfach“, sagte Zinkann. Der Gesundheitstrend hält seiner Ansicht nach an. Konsumenten wollen sich gesund ernähren, wozu einfach bedienbare, moderne Kochgeräte beitragen können. Elegantes Küchendesign ist Voraussetzung für ein auf das Zuhause zentriertes Leben. Energieeffizienz spielt in dieser Domäne genauso eine Rolle, wie bei Trocknern oder Waschmaschinen, bei denen der Stromverbrauch seit 1990 um bis zu 60 Prozent gesenkt werden konnte – auch dabei habe die IFA wiederholt Impulse gesetzt. „Es bleibt die Hauptaufgabe unserer Industrie, dazu beizutragen“, schloss Zinkann ab. www.ifa-berlin.de

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